Bretton Woods. In diesem
amerikanischen Städtchen fand 1944 jene Währungs- und
Finanzkonferenz der UNO statt, auf der feste Wechselkurse zwischen den
Teilnehmerstaaten sowie die Gründung der Weltbank und des IWF beschlossen wurden. Beide Organisationen
werden daher auch als »Bretton-Woods-Institutionen« bezeichnet.
CGIAR: Consultative
Group on International Agricultural Research; Konsultativgruppe für
internationale Agrarforschung. Ein 1971 auf Anregung der Weltbank
gegründeter und von der FAO und dem UNDP
unterstützter Zusammenschluss der (z. Z. 17)
international führenden Agrarforschungszentren. Dieses
Netzwerk wird von 43 Staaten (auch der BRD), 12 internationalen Organisationen
sowie Stiftungen getragen. Die CGIAR entwickelt vor allem (lizenzpflichtige)
Hochertragssorten für Weizen, Reis und Mais (auch mit gentechnischen Methoden),
was in der Dritten Welt der Kommerzialisierung der ehedem subsistenzorientierten Landwirtschaft Vorschub
leistet.
CIA: Central Intelligence Agency. 1947
gegründete oberste Geheimdienstbehörde der USA. Über ihren eigentlichen Auftrag
hinaus (Beschaffung, Koordination und Auswertung sicherheitsrelevanter
Informationen, Abwehr der Auslandsspionage) befasste
sich die CIA im Ost-West-Konflikt mit der (oft illegalen) Planung und
Durchführung subversiver Operationen. Seit dem Ende des Kalten Krieges gelten
als neue Aufgabenfelder: Bekämpfung des internationalen
Terrorismus und des Rauschgifthandels, Beobachtung und Beeinflussung regionaler
Konflikte und der Entwicklungen in den Ländern des ehemaligen Ostblocks,
Überwachung der Aktivitäten von »Schurkenstaaten «.
CIMMYT: Centro Internacional de MeJoramiento de Maiz y Trigo; International Maize and Wheat Improvement Center;
Internationales Mais- und Weizenforschungsinstitut.
Eines der 17 Agrar-forschungsinstitute der CGIAR mit Sitz in
Mexiko, ursprünglich aufgebaut von der Rockefeller
und der Ford Foundation.
Osteuropabank bzw. EBWE: Europäische Bank für
Wiederaufbau und Entwicklung. 1991
gegründete internationale Bank zur Unterstützung der Staaten Mittel-,
Osteuropas und der ehemaligen UdSSR beim Übergang von der Plan- zur
Marktwirtschaft mit Sitz in London. Zu den Mitgliedern bzw. Anteilseignern der
Osteuropabank gehören u.a. die 15 EU-Staaten, die Europäische Investitionsbank
(EIB), die Europäische Kommission und die USA.
FAO: Food and Agriculture Organization. 1945 gegründete UN-Sonderorganisation für Ernährung,
Landwirtschaft, Fischerei und Forstwesen mit Sitz in Rom. Aufgaben: Sicherung
der weltweiten Nahrungsmittelversorgung, Bekämpfung von Hungersnöten,
Durchführung von Entwicklungsprojekten, Genehmigung von Nahrungsmittelhilfen im
Rahmen des Welternährungsprogramms.
FTAA:
Free Trade Area of the Americas. 1994 auf dem OAS-Gipfel in Miami (Florida) von 34
Staaten vereinbarte Freihandelszone für den gesamten amerikanischen Kontinent
(außer Kuba), die bis 2005 als Gegengewicht zum Europäischen Binnenmarkt
realisiert werden soll.
G 7/G 8: Gruppe der Sieben bzw. der Acht. Ursprünglich informelle Treffen, heute hoch
gerüstete Weltwirtschaftsgipfel der Staats- und Regierungschefs der wichtigsten
Industrienationen; seit 1975 G 6: Deutschland, Frankreich, Großbritannien,
Italien, Japan, USA; 1976 Beitritt Kanadas, seither G 7; 1994 Kooptation
Russlands, seither G 8.
GATS: General Agreement on Trade in Services;
Allgemeines Abkommen über den Dienstleistungsverkehr. 1994 geschlossenes multilaterales Abkommen zur
Liberalisierung des internationalen Dienstleistungsaustauschs, das neben
dem GATT und dem TRIPS zum Regelsystem
der WTO gehört. Während das Rahmenabkommen allgemeine Grundprinzipien
(Meistbegünstigung, Transparenz, Nichtdiskriminierung, freier Marktzugang)
fixiert, sind in Anhängen sektorspezifische (z.B. für die Bereiche
Finanzdienstleistungen, Telekommunikation, Zivilluftfahrt) und
länderspezifische Besonderheiten geregelt.
GATT: General Agreement on Tariffs and Trade;
Allgemeines Zoll-und Handelsabkommen.
1948 in Kraft getretenes Abkommen zur Erleichterung des internationalen
Handels. Das GATT, das zu den Sonderorganisationen der UN gehörte, wurde 1996
durch die WTO abgelöst. In acht großen Verhandlungsrunden wurden immer neue
Zölle gesenkt und andere Handelshemmnisse abgebaut. Die letzte GATT-Runde, die
»Uruguay-Runde« (1986-93), bezog erstmals auch den Agrar- und den Textilhandel
mit ein, verabschiedete das GATS und das TRIPS und führte schließlich zur
Gründung der WTO als Rechtsnachfolgerin des GATT.
GUUAM. Bündnis
der fünf ehemaligen Sowjetrepubliken Georgien, Ukraine, Usbekistan,
Aserbaidschan und Moldawien. Konstituiert ausgerechnet auf dem NATO-Gipfel 1999
in Washington, will diese regionale Sicherheitsallianz »auf niedrigem Niveau«
mit der NATO zusammenarbeiten. Es geht dabei um die Eindämmung des russischen
Einflusses, die »Wiederbelebung der Seidenstraße« als geopolitisches Projekt
und über neue Ölpipelines aus dem kaspischen Raum in den Westen.
IDA: International Development Association;
Internationale Entwicklungsorganisation. Eine 1959 gegründete Sonderorganisation der UN und
selbstständige Schwesterorganisation der Weltbank mit Sitz in Washington und z.Z.
knapp über 160 Mitgliedsländern. Die IDA finanziert Entwicklungsprojekte, v.a. Infrastrukturprojekte in den ärmsten
Entwicklungsländern, zu günstigeren Konditionen als die Weltbank (Laufzeit der
zinslosen Kredite in der Regel 40 Jahre, Rückzahlung in eigener Währung
möglich). Die Mittel stammen aus Beiträgen der Mitgliedsstaaten und Gewinnen
der Weltbank.
IRRI:
International Rice Research
Institute; Internationales Reisfor-schungsinstitut.
Eines der 17 Agrarforschungsinstitute der CGIAR mit Sitz auf den Philippinen, das von der Rockefeller Foundation und von der Weltbank
unterstützt wird.
IWF:
International Monetary Fund; Internationaler
Währungsfonds. Eine 1945 aufgrund des Abkommens von Bretton
Woods gegründete Sonderorganisation der UN zur
Überwachung des internationalen Währungssystems mit Sitz in Washington und z.Z.
mehr als 180 Mitgliedsländern. Ziele: Förderung der internationalen
Zusammenarbeit in der Währungspolitik und des Welthandels sowie Hilfe bei
Zahlungsbilanzproblemen. Die Gewährung von Krediten ist durchweg mit
wirtschaftspolitischen Auflagen verbunden, die stets auf Marktöffnung und
Deregulierung abzielen. Jedes IWF-Mitgliedsland hat (nach Maßgabe seines
ökonomischen Gewichts) ein quotiertes Stimmrecht,
wobei den USA aufgrund ihres Stimmenanteils eine Sperrminorität zukommt.
LDC:
Less developed countries / LLDC: Least developed countries. Seit 1970 gültige UN-Kategorisierungen für
Entwicklungsländer. Am wenigsten entwickelte Länder haben demzufolge ein
Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt von weniger als 473 Dollar, einen Anteil der
Industrieproduktion am BIP von höchstens 10 Prozent und eine Analphabetenquote
von mehr als 80 Prozent. Weniger entwickelten Ländern geht es etwas besser.
LIC:
Low income countries / LMIC: Low middle income countries. Kategorisierungen der Weltbank für Entwicklungsländer
nach Maßgabe hauptsächlich des Bruttoinlandsprodukts. Als niedriges Einkommen
gilt ein Pro-Kopf-BIP von maximal 785 Dollar, als mittleres Einkommen eines von
3125 Dollar.
Londoner Club. Nach dem Vorbild der Umschuldungsverhandlungen im
Pariser Club geht es in diesem Ausschuss um die ungedeckten Kredite der
Geschäftsbanken. Im Londoner Club sind also die privaten Gläubiger, sprich:
Banker, vertreten.
Mercosur: Mercado Comün del Cono Sur; Gemeinsamer
Markt im südlichen Lateinamerika. Eine
1991 von Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay gegründete, 1995 in Kraft
getretene Wirtschaftsunion mit Sitz in Montevideo. Ziele sind die Bildung eines
gemeinsamen Marktes durch stufenweisen Abbau von Zöllen und Handelshemmnissen
sowie die Koordinierung der Wirtschaftspolitik.
NAFTA: North American Free-Trade Area;
Nordamerikanische Freihandelszone.
Ein 1992 verabredetes und 1994 in Kraft getretenes Abkommen zwischen den USA,
Kanada und Mexiko. Durch stufenweisen Abbau der Zolltarife und Quoten soll die
Freihandelszone für gewerbliche Güter, Dienstleistungen sowie den
Kapitalverkehr bis 2010 verwirklicht werden. Besonderheit ist ein
asymmetrischer Zollabbau zwischen Mexiko und den beiden nordamerikanischen
Staaten wegen des starken Wirtschaftsgefälles. Das Abkommen sieht ferner eine
Liberalisierung der Dienstleistungsmärkte, die Erleichterung von Investitionen,
einheitliche Regelungen zum Schutz des geistigen Eigentums und ein
gegenseitiges Mitspracherecht bei der Formulierung von Normen und technischen
Vorschriften vor.
OECD: Organization for Economic Co-operation and
Development; Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Eine 1960/61 gegründete Organisation der führenden
(derzeit 29) Industrieländer mit beratender Funktion zur Koordinierung vor
allem von deren Wirtschafts-, Währungs- und Außenwirtschaftspolitiken. Die OECD
hat keine exekutiven Vollmachten, sondern ist eher eine Plattform des
wechselseitigen Austauschs. Ihr Pariser Sekretariat (knapp 2000 Beschäftigte)
sowie die über 150 Ausschüsse erarbeiten ständig Analysen, Empfehlungen und
Informationen - darunter die jährlichen Länderberichte und die halbjährlichen
Konjunkturausblicke. Größte Beitragszahler sind die USA und Japan.
Pariser Club. Sammelbegriff für jeweils ad hoc einberufene Umschuldungsverhandlungen zwischen einem
Schuldnerland und seinen Gläubigerländern, wobei es dann immer um öffentlich
garantierte Kredite und Entwicklungshilfedarlehen geht. Der Pariser Club ist
also keine feste Organisation, sondern eine Summe von Verfahrensregeln für
akute Schuldenkrisen, die sich seit 1956 sukzessive herausgebildet haben. Die
französische Regierung stellt traditionellerweise die Konferenzräume und andere
Ressourcen zur Verfügung.
TRIPS: Agreement on Trade-Related Aspects of
Intellectual Property Rights; Abkommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte
am geistigen Eigentum. Als
internationales Abkommen über Urheber-, Patent- und verwandte Schutzrechte
neben dem GATT und dem GATS der dritte Pfeiler im Regelsystem der WTO. Die hier
festgelegten Mindeststandards für den Schutz der Rechte am geistigen Eigentum
sind vor allem auf die Belange des internationalen Handels abgestellt.
UNCTAD: United Nations Conference on Trade and Development;
Konferenz der UNO für Handel und Entwicklung. 1964 gegründetes Spezialorgan der UN-Generalversammlung
mit Sitz in Genf und alle vier Jahre an wechselnden Orten stattfindenden
Konferenzen. Ursprünglich vor allem der Förderung des Handels und dem
Technologietransfer zwischen Industrie- und Entwicklungsländern verpflichtet,
scheint sich die UNCTAD nunmehr eher als Dialogforum für Probleme der
Globalisierung und Fragen der Armutsbekämpfung zu verstehen.
UNDP: United Nations Development Programme;
Weltentwicklungsprogramm, Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen. 1965 gegründetes UN-Spezialorgan zur Finanzierung
und Koordinierung der technischen Zusammenarbeit im Rahmen der multilateralen
Entwicklungshilfe mit Sitz in New York. Dem UNDP sind verschiedene Programme
und Sonderfonds zugeordnet.
Quelle: Michel Chossudovski
: Global Brutal , Frankfurt 2002